Der Schulfotograf, oder wie sich in 40 Jahren wenig verändert hat

Was mich erschüttert hat

Eine Freundin kam auf mich zu und meinte, ob ich nicht mal vorbei kommen könnte, der Schulfotograf hatte Bilder Ihres Sohnes gemacht und nun ging es um die Auswahl der Fotos.

Na klar gesagt, getan, doch was ich dann gesehen habe, hat mir irgendwie die Sprache verschlagen. Ich hatte mich bis zu diesem Zeitpunkt nie sonderlich mit dem Thema beschäftigt.

Aber scheinbar brauchte ich das auch gar nicht, da sich seit meinen letzten Schulfotos die von mir gemacht wurden (und das ist immerhin fast 40 Jahre her) nicht viel verändert hatte. Ein langweiliger blauer Hintergrund mit den immer gleichen langweiligen Posen die man kennt. Scheinbar traut sich hier niemand, mal neue Wege zu gehen. Nun ist meine Meinung, da ich in der Fotografie drinnen stecke vielleicht auch nicht so repräsentativ, aber es geht nicht nur mir so, sondern auch andere Eltern gehen hier mit meiner Meinung konform. Solche Bilder wie ich sie gerade beschrieben habe kann heutzutage jeder allein zuhause machen. Der Sohn meiner Freundin ist 13 Jahre jung, durchaus ein Alter das schwierig ist, aber keiner von den jugendlichen möchte solche Fotos von sich sehen. Verniedlicht, künstliches Lachen und der Starre Blick in die Kamera. Solche Bilder im Jahre 2019 wo man so viele Möglichkeiten in der Digitalen Fotografie hat, ist mir unverständlich. Dann war dort noch ein Bild, wo einfach ein Zeichenfilter über das Bild gelegt wurde, das bringt dann wirklich das Fass zum überlaufen.

Jetzt kann man natürlich sagen, ja das muss auch alles wirtschaftlich für die Fotografen sein und bei dem Preis bleibt halt nicht viel Spielraum für zusätzliche Bearbeitung. Ich sehe das jedoch anders, es würde ja schon mal ausreichen, die Fotos mit einem 50% grau Hintergrund zu fotografieren um im nach hinein immer noch flexibel zu sein und den Hintergrund Problemlos ohne viel Aufwand in Photoshop zu tauschen. Schulgebäude bieten oftmals gute Möglichkeiten auf natürliche (vorhandene) Hintergründe wie eine Ziegelwand oder Betonwände zurück zu greifen. Auch die typischen Posen sollte man mal überdenken, will man wirklich ein authentisches Bild von seinen Kindern oder will man Bilder nach Schema F ähnlich eines biometrischen Passbildes. Vielleicht möchte der jugendliche seine Bilder auch mal für soziale Netzwerke nutzen. Die Zeit schreitet einfach voran und der Einsatz solcher Bilder steht schon lange im Wandel. Diese Bilder sind heute längst nicht mehr nur bei Oma, an der Wand hängend zu finden.

Was uns angeboten wurde

Es wurden für 5 Bilder die sich in ihrer Art total ähnelten um die 50 Euro aufgerufen. Der Preis ist total in Ordnung. Wenn die Qualität und damit meine ich nicht die fotografische technische Umsetzung, stimmen würde. Wir haben uns entschieden keines dieser Bilder zu kaufen. Ich habe statt dessen den Vorschlag gemacht neue Bilder zu erstellen und die Wünsche des Sohnes mit einzubeziehen. Das ist in einer Masse natürlich nicht so einfach möglich, dennoch sollte man etwas Abwechslung in einer Bildserie bieten und nicht nur das typische Portrait mit angeschnittenem Oberkörper mal von vorn, mal von der Seite auf blauen oder grünen Hintergrund. Hier würde ich mir etwas mehr Kreativität wünschen, wir versuchen alles mögliche wie Autos, Spirituosen, Luxusgüter so Kreativ wie möglich in Szene zu setzen und immer wieder neue Bildideen zu erfinden, bei unseren Kindern jedoch fahren wir immer wieder die gleiche langweilige Schiene, sie sollten uns jedoch das wertvollste sein.

Wie es auch einmal anders geht

Ich zeige hier einen Ausschnitt der Bildserie die ich nachträglich erstellt habe, sie sind sehr einfach fotografiert. Ich habe lediglich mit einem Aufsteckblitz in einem Lichtformer entfesselt mit einem 50mm Objektiv fotografiert. In Photoshop habe ich eine normale RAW Entwicklung durchgeführt und eine leichte Bearbeitung vorgenommen. Ich wollte mit einfachen Mitteln ohne großen Zeitaufwand Bilder erstellen.

Schulfotograf 2

Heiko

Heiko

Mein Name ist Heiko Henschen, ich bin 49 Jahre und Hobbyfotograf aus Berlin. Die Fotografie beschäftigt mich mit Unterbrechungen schon seit meiner frühesten Jugend. Damals noch mit einer Analogen Spiegelreflexkamera meines Vaters inkl. dem selbst entwickeln von schwarz weiß Fotos in der Dunkelkammer. Heute bin ich mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera unterwegs und meine Dunkelkammer heißt Photoshop.
Heiko

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