Die Splash Fotografie

Wenn das Wetter wieder einmal so schlecht ist, das man keine Lust hat draußen zu fotografieren, ist die Splash Fotografie eine gute Möglichkeit in der Wohnung ein paar eindrucksvolle Fotos zu erstellen.

Bei der Splash Fotografie gibt es verschiedene Varianten. In der Variante wie ich sie durchgeführt habe, geht es darum Obst oder Gemüse in ein kleines Aquarium eintauchen zu lassen und diesen Eintauchvorgang möglichst gut fotografisch festzuhalten.

Was benötige ich an Ausrüstung um Splash Bilder zu machen?

Ein Aquarium, ich habe mir ein kleines Becken (glaube es hat ca. 15 Liter) im Baumarkt besorgt. Die Kosten lagen bei 12 Euro, zusätzlich habe ich mir noch eine kleine Matte zum Unterlegen geholt, damit das Aquarium auf meinem Holztisch nicht eventuell irgenndwo „hohl“ aufliegt und kaputt geht

Natürlich eure Kamera + Objektiv, ich habe eine 50mm Festbrennweite genutzt

Ein stabiles Stativ

2 Aufsteckblitze (entfesselt)

Fernauslöser

Einen Hintergrund, ich habe hier einen schwarzen Stoff von meinem Hintergrund-System genutzt

1 Tuch für die Kamera, falls Wasserspritzer auf Kamera, Objektiv oder Blitze kommt.

1 oder mehrere Lappen zum Abwischen von Tisch etc., ihr werdet feststellen das es doch eine ziemliche Kleckerei wird.

Eure Motive, in meinem Fall Obst und Gemüse, ich hatte Paprika, Tomaten, Zitronen, Erdbeeren etc.

Achtet beim Kauf schon darauf das hier möglichst makellose Früchte oder Gemüse verwendet werden, man kann zwar mittels Bildbearbeitung viel machen jedoch ist es besser von vorn herein möglichst gutes „Material“ zu fotografieren, das spart Zeit in der Nachbearbeitung.

Vorbereitung und Aufbau

Als aller erstes, solltet ihr das Aquarium aufstellen und mit Wasser befüllen, es benötigt etwas Standzeit, da sich beim frisch befüllen erst einmal lauter kleine Luftblasen bilden.

Den Hintergrund habe ich ca. 50cm hinter dem Aquarium angebracht. Das Stativ mit Kamera vor dem Aquarium so positioniert bis mir der Bildausschnitt gefallen hat. Hier muss man ein wenig experimentieren, es kommt auf die Füllhöhe des Wassers an und ob man die Wasserkante mit im Bild haben möchte. Ich rate euch macht das Becken nicht zu voll.

Noch schnell den Funkauslöser montiert.

Die Aufsteckblitze habe ich rechts und links vom Becken positioniert.

Kameraeinstellungen und fokussieren

Ich fotografiere im manuellen Modus. An der Kamera habe ich ISO 100 eingestellt, angefangen habe ich mit der Blende 8, da wir Blitze verwenden kann ich auch bei einer geschlossenen Blende kurze Belichtungszeiten einstellen.
Hier nutze ich die für meine Kamera kürzeste Blitzsynchronzeit von 1/200 Sekunden um die Bewegung gut „einfrieren“ zu können.
Fotografiert wird natürlich im RAW-Format, da es mir die besten Möglichkeiten in der Nachbearbeitung bietet. Der Weißabgleich steht auf Blitzlicht.

Die Blitzleistung steht erstmal auf 1/32. Als Tipp, versucht die Blitzleistung so gering wie möglich zu halten. Durch die kurze Abbrenndauer wird die Bewegung des Motives am besten „eingefroren“.

Lieber ein leicht unterblichtetes Bild nachträglich aufhellen als ein überbelichtetes Bild mit ausgefressenen Stellen nachzubearbeiten.

Kommen wir zum fokussieren, dazu habe ich mir in die Mitte des Aquariums einen Löffel gehalten, etwa an die Stelle wo ich später mein Motiv fotografieren möchte und habe dann per Autofocus scharf gestellt.
Anschließend habe ich den Autofocus am Objektiv per Schalter ausgeschaltet, so das er sich nicht verändern kann.

Erste Aufnahmen

Die ersten Testfotos waren allerdings sehr ernüchternd, entweder zu früh ausgelöst oder zu spät, ein paar Einstellungen wie Blende und Blitzleistung und die Ausrichtung der Blitze habe ich noch angepasst.

Nach ein paar Aufnahmen und etwas Übung passte es dann aber und ich hatte den Dreh raus, es macht schon Spaß wenn man die ersten gelungenen Aufnahmen im Display der Kamera sieht.

Jedoch ist es schon eine ziemliche Wasserpanscherei die man da anrichtet. Ich war mehr mit wischen beschäftigt als mit fotografieren. Vor allem die Frontscheibe des Aquariums immer wieder von herunter laufenden Wassertropfen zu befreien.

Noch ein Tipp, falls ihr auch vorhabt Zitronenscheiben zu fotografieren, empfehle ich euch die Scheiben nicht zu dünn zu schneiden. Wenn sie dicker sind ziehen sie durch ihr Eigengewicht mehr Luft mit unter Wasser und die Aufnahmen sehen spektakulärer aus.

Ein weiterer Nachteil, es bilden sich nach einer Weile sehr viel Schwebeteilchen im Wasser die auf der Aufnahme unschön aussehen. Ich habe dann mehrfach das Wasser gewechselt.

Bildbearbeitung

In der Bildbearbeitung habe ich gar nicht viel gemacht, im RAW Konverter natürlich etwas nachgeschärft und ein paar Sachen wie Farbtemperatur und Schwarztöne angepasst, Klarheit etwas erhöht und eine Objektivkorrektur gemacht.

Die meiste Zeit habe ich tatsächlich damit verbracht die Schwebeteilchen im Wasser weg zu stempeln um einen halbwegs „cleanen“ Look zu bekommen.

Beispielbild

Beispielbild Splash Fotografie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Splash Fotografie macht wirklich Spaß und ist mal etwas völlig anderes. Ich liebe es zu experimentieren und dabei zu sehen wie die Aufnahmen immer mehr dem entsprechen, was ich mir vorgestellt habe. Ich konnte dabei wieder viel lernen und ich werde das auf jeden Fall noch einmal wiederholen. Es ist eine schöne Möglichkeit, schlechtes Wetter zu überbrücken und in der Wohnung ohne all zu viel Aufwand ein paar schöne und außergewöhnliche Bilder zu erstellen.

Heiko

Heiko

Mein Name ist Heiko Henschen, ich bin 47 Jahre und Hobbyfotograf aus Berlin. Die Fotografie beschäftigt mich mit Unterbrechungen schon seit meiner frühesten Jugend. Damals noch mit einer Analogen Spiegelreflexkamera meines Vaters inkl. dem selbst entwickeln von schwarz weiß Fotos in der Dunkelkammer. Heute bin ich mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera unterwegs und meine Dunkelkammer heißt Photoshop.
Heiko

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