Splash-Fotografie selbst gemacht (Tutorial)

Splash oder auch High-Speed Fotografie

Da ich von meinem näheren Umfeld immer wieder gefragt wurde wie ich meine Zitronen und Tomaten-Splash´s  gemacht habe, gibt es hier nun ein Tutorial dazu.

Im Internet bin ich über eine Art von Fotos gestolpert die mich irgendwie in ihren Bann gezogen haben, da gab es Bilder mit Zitronenscheiben die ins Wasser eingetaucht sind,  eigentlich alle Arten von Gemüsen fanden dort Verwendung. Sowas wollte ich auch machen nur wie und vor allem mit den bescheidenen Mitteln die mir zur Verfügung stehen?
Ich hab einige Tutorials zum Thema High-Speed oder Splash-Fotografie gelesen und jeder beschreibt seine Vorgehensweise etwas anders, was wohl völlig normal ist da immer viele Wege nach Rom führen.

Hier beschreibe ich wie ich vorgegangen bin.

Was brauche ich alles um dieses Tutorial nachzuarbeiten:

  • Spiegelreflexkamera mit passendem Objektiv, ich hab mein 50er Makro Objektiv verwendet.
  • Dreibein-Stativ
  • Funkauslöser  für die Kamera.
  • 1 oder besser 2 Aufsteckblitze mit Funkauslöser da wir sie entfesselt einsetzen.
  • Stabilen Tisch
  • 10 Liter Glas-Aquarium mit Unterlage am besten auch in einem dunklen Farbton, ich hab meins aus einem Baumarkt mit Aquarium Abteilung, kosten ca. 12,00Eur.
  • schwarzen Hintergrund, hier geht alles z.B. Fotokarton, ich hab ein T-Shirt zweckentfremdet da ich nichts anderes da hatte.
  • abgedunkelter Raum

Der Aufbau:

Für den Aufbau hab ich mal ein Bild (Abb.1) von oben vorbereitet, die Maße inwieweit Blitze, Aquarium und Kamera voneinander entfernt sind, sind natürlich variabel und hängen vom eingesetzten Equipment/Bildausschnitt/Objektiv ab.Hier empfehle ich etwas rumzuspielen.
Was auf dem Bild nicht zu sehen ist, ich habe die Blitze sowie die Kamera noch mit Frischhaltefolie abgedeckt um sie vor Wasserspritzern zu schützen. VORSICHT bei den Blitzen hier bitte drauf achten das keine Folie sich unmittelbar vor dem Blitzlicht befindet da die Blitze sehr heiß werden und die Folie sonst schmilzt oder sich festbrennt.

Die Vorbereitung:

Das Aquarium mit Wasser füllen, ich hatte nach oben zum Rand ca. 2-3cm Platz gelassen damit die Kleckerei nicht ganz so schlimm wird. Nachdem wir nun alles eingerichtet haben, kommen wir zu den Einstellungen:

An den Blitzen hab ich eine geringe Leistung eingestellt <1/8 das hat den Hintergrund, je kleiner die Einstellung je schneller die Abbrenndauer des Blitz und je schneller wird unser eintauchen eingefroren. Voraussetzung hierfür ist allerdings das der Raum entsprechend abgedunkelt wird damit das Umgebungslicht keine Rolle für die Belichtung unserer Aufnahme spielt.
An der Kamera selbst hatte ich eine Blende f10 für eine gute Schärfentiefe und eine Verschlußzeit von 1/200 bei ISO 100 eingestellt. Die Bilder mache ich ausschließlich in RAW um später bei der Nachbearbeitung flexibler zu sein.
Nun müssen wir noch Sorge dafür tragen das unser Bild auch scharf wird, dafür hab ich an die Stelle im Aquarium wo ich später entsprechend das Obst/Gemüse eintauchen lasse, einen Kochlöffel  (es geht hier auch jeder beliebige andere Gegenstand) reingehalten und hab dann am Objektiv manuell scharfgestellt.

(Abb.1):
Aufbau

 

Jetzt können wir beginnen die ersten Bilder zu machen. Es bedarf etwas Übung im richtigen Moment auszulösen. Spielt ruhig mal mit den einzelnen Komponenten herum und schaut euch die Ergebnisse an. Ich hab auch nur mal mit einem Blitz fotografiert, die Standpunkte der Blitze verändert oder auch mit den Lichtstärken am Blitz oder der Verschlußzeit gespielt.
Als kleiner Tip, wenn ihr Zitronen oder Orangenscheiben nehmt, schneidet die Scheiben nicht allzu dünn, bei dickeren Scheiben sieht das Eintauchen spektakulärer aus da mehr Luft beim eintauchen mitgezogen wird.  Nach einiger Zeit löst sich das Obst auf und man bekommt sehr viele Schwebeteilchen ins Wasser dann sollte man das Wasser mal wechseln.
Wenn man sich mal eingeschossen hat, macht diese Art der Fotografie einen riesen Spaß und man kann damit mal Tage überbrücken wo das Wetter draußen nicht grad zum fotografieren einlädt. Bei mir war es so das ich ziemlich viel Ausschuß produziert habe aber das hab ich in anderen Tutorials auch gelesen also nicht den Mut verlieren einige brauchbare Aufnahmen sind immer dabei.

Die Nachbearbeitung der Aufnahmen hab ich in Photoshop gemacht.

Meine Ergebnisse mit dieser Vorgehensweise könnt ihr hier sehen:

Meine Splash-Bilder

Viel Spass beim nacharbeiten des Tutorials

Gruß
Heiko

 

 

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